Ova Chamuera

Kein Kraftwerk im Schutzgebiet

Das Chamuera-Wasser stand schon immer im Fokus der Wasserkraftbauer. Doch sie haben die Rechnung ohne die Bevölkerung von La Punt Chamues-ch gemacht. Das letzte Projekt für ein Wasserkraftwerk hat die Gemeinde im 2014 abgelehnt. Der WWF mobilisierte zusammen mit dem Fischerei-Verein St. Moritz, dem Vogelschutz Engadin und Pro Natura gegen das Projekt in der urtümlichen Val Chamuera. Mit Erfolg!  

Wer die alten Schulkarten Graubündens anschaut, staunt nicht schlecht. In der Val Chamuera ist ein grosser Stausee eingetragen. Diese Kraftwerkspläne wurden zwar nie realisiert. Auch die Gemeinde wollte keine Nutzung der Ova Chamuera. Doch Repower plante neu ein KEV-subventioniertes 3.5 MW-Kraftwerk. Beim Stevel da la Bes-cha sollte die Ova Chamuera gefasst und in eine 3.8 km lange Leitung zur Zentrale hinter dem Dorf geleitet werden.  

Ein Landschaftsschutzgebiet mit Potential
Doch das umstrittene Kraftwerk wurde am 18. August 2014 von den La Puntern abgelehnt. Bereits zum zweiten Mal hat der Souverän dieses urtümliche,  unberührte und geschützte Tal vor der Wasserkraft gerettet. Die Val Chamuera ist ein kantonales Landschaftsschutzgebiet und zeichnet sich durch seine grosse Vielfalt an Tieren und Pflanzen aus. Das Tal hat Potential, einmal Teil eines erweiterten Nationalparks zu werden. Deshalb ist die Val Chamuera im Richtplan auch als Vorranggebiet für die Natur bezeichnet.

Ein Kerngebiet der Bartgeier
Die Abgeschiedenheit und der Wildreichtum sind auch Gründe, wieso ein Bartgeierpaar in der Val Chamuera sehr erfolgreich brütet und seine Jungen aufzieht. Die Stiftung Pro Bartgeier hat denn auch vor dem Bau des Wasserkraftwerkes gewarnt: Die Störungen durch die umfangreichen Bauarbeiten hätten dieses einmalige Rückzugsgebiet des Bartgeiers aufs Spiel gesetzt.

Für die Energiewende unnötig
Das Kraftwerk der Repower hätte Viel zerstört und für die Energiewende Nichts gebracht. In Graubünden gibt es viele KEV-subventionierte Wasserkraftwerke. Das Kraftwerk Chamuera braucht es damit nicht. Zudem ist der Strommarkt schon heute mit Sommerstrom überschwemmt und die Strompreise sind im Keller. Die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerkes war darum mehr als zweifelhaft. Es erstaunt darum nicht, dass die Gemeinde das Risiko scheute und sich am Kraftwerk gar nicht beteiligen wollte. 

© Jürg Chambensy

Zeit für die Revitalisierung in La Punt. Oder möchtest du hier Fisch sein? (Riccardo Laudenbacher, 12.06.2019) 

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