Skigebiet Andermatt-Sedrun

Neues Skigebiet für einen schrumpfenden Markt

Die beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun sollen zu einem zusammenhängenden Skigebiet vereint werden. Für das neue Skigebiet sind 18 Bahnanlagen, davon 16 neue, 100 km Pisten und 5 km2 beschneite Flächen geplant. Auch vor bisher unerschlossenen Gebieten und geschützten Biotopen wird nicht Halt gemacht. 

Massloses Projekt mit massiven Mängeln
Die beiden Kantone Uri und Graubünden haben die Richtpläne für dieses Vorhaben bewilligt. Der WWF hat den Richtplan, die mangelhaften Unterlagen, die äusserst dürftige Umweltverträglichkeitsprüfung stets kritisiert. Leider mit geringem Erfolg. Das Projekt wurde zwar leicht angepasst. Für Natur und Landschaft konnten einige sinnvolle Ersatzmassnahmen erreicht werden. Die Aufhebung des Intensiverholungsgebiets Oberalppass-Pazolastock, die im Gegenzug gestrichen wurde, ist jedoch kaum der Rede wert. Ein Skigebiet in dieser Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN) wäre sowieso ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.  

Gefährliche Zwängerei
Auch ein Gutachten der Hochschule Luzern warnt vor den grossen wirtschaftlichen Risiken dieses Projektes. Die Skigebietsverbindung wird zwar begrüsst, das gesamte Projekt jedoch als zu gross und ambiziös beurteilt. Das Gutachten warnt vor der einseitigen Abhängigkeit vom Sawiri-Projekt, vor Fehleinschätzungen bezüglich Frequenzen, Preise und Kosten und dem stagnierenden bis rückläufigen Wintersportmarkt. Ohne öffentliche Gelder würden sich die Investitionen nicht rechnen. Bei einem Misserfolg wären zusätzliche öffentliche Gelder nötig. 

Schutzgebiet für Raufusshühner

Als Ersatz für die Skigebietsverbindung (insbesondere für das tangierte BLN-Gebiet Fellital/Maderanatal im Uri) konnten WWF und Pro Natura Graubünden das Gebiet Tgombras als neues Landschaftsschutzgebiet sichern. Der Vertrag wurde 2013 mit der Gemeinde Tujetsch unterzeichnet. Mit diesem Schutz wird auch ein Lebensraum von Raufusshühnern vor dem Skitourismus gesichert.

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