Umweltverbände kritisieren Belagswahl beim Radwegprojekt Trimmis-Chur

14. August 2018

Eine sichere und attraktive Radwegverbindung zwischen Trimmis und Chur wird seit Jahrzehnten gefordert und ist auch den Umweltverbänden ein wichtiges Anliegen. Am nun aufgelegten Projekt kritisieren Pro Natura Graubünden, WWF Graubünden und die Stiftung Landschaftsschutz jedoch mit einer Einsprache, dass der gesamte durch den Wald führende Wegabschnitt asphaltiert werden soll.

Seit langem wird um den Radweg zwischen Chur und Trimmis gerungen. Infolge der Nordspurumlegung (Autobahn N13) und der damit verbundenen Aufhebung der Werkausfahrt Trimmis hat der Verkehr auf der Kantonsstrasse (Deutsche Strasse) weiter zugenommen, womit die Radwegverbindung an Dringlichkeit gewinnt. 

Die Förderung des Langsamverkehrs innerhalb der Siedlungen und in Siedlungsnähe ist auch den Umweltverbänden sehr wichtig. So konnte letzten November für die Wegabschnitte in den Trimmiser Witenen, welche grösstenteils über historische Verkehrswege führen, eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Der damalige Wegverlauf zwischen den Waisenhausgüetern und der Maschänser Rüfi stand jedoch in Konflikt mit dem Wildtierschutz. Für diesen musste eine neue Wegführung gefunden werden, welche nun weiter östlich auf einem bereits bestehenden Waldweg verläuft. Mit der Wegführung erklären sich die Umweltverbände denn auch einverstanden.

Sehr kritisch sehen sie jedoch die Belagswahl. Die gesamte Teilstrecke Waisenhausgüeter-Maschänser Rüfi soll mit einer sogenannt „doppelten Oberflächenbehandlung“ ausgestattet werden: Konkret handelt es sich hierbei um eine Asphaltschicht, auf welche eine bitumengetränkte Kiesschicht aufgebracht wird. Gerade in sensiblen Waldökosystemen geht es aus Sicht der Verbände nicht an, dass immer mehr Wege asphaltiert werden. So werden durch die Asphaltierung gerade für Kleinlebewesen zunehmend Lebensräume zerschnitten, und auch landschaftlich sieht ein asphaltierter Weg anders aus als einer aus einem naturbelassenen Material. „Es darf nicht sein, dass in Zukunft nur noch asphaltierte Radwege gebaut werden, insbesondere nicht in Wäldern,“ findet Katharina Conradin. 

In ihrer Einsprache vom 10. August 2018 verlangen die Umweltverbände deshalb eine Ablehnung der Asphaltierung und einen zweijährigen Testbetrieb mit einem Naturbelag. Sollte sich dieser im Alltag nicht bewähren, kann immer noch ein anderer Belag evaluiert werden.


Kontakt
Katharina Conradin, Projektleiterin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, k.conradin@sl-fp.ch, 079 660 38 66
Susanna Geissbühler, wiss. Mitarbeiterin Pro Natura Graubünden, Susanna.Geissbuehler@pronatura.ch, 081 252 40 39, 079 735 33 35 

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