In Graubünden scheint ein Vielfaches mehr Sonne, als genutzt wird

16. Juli 2019

In Graubünden ist das Potenzial für Solarstrom auf den Dächern noch fast unangetastet. Dies zeigt eine von Swiss Energy Planning (SEP) durchgeführte Auswertung, die der WWF Schweiz heute veröffentlicht. Der WWF Schweiz ruft die Gemeinden dazu auf, diesen Trumpf im Kampf gegen den Klimawandel auszuspielen.

Die Auswertung untersucht pro Postleitzahlen-Gebiet    , wie viel vom Potenzial, das auf Schweizer Dächern vorhanden ist, effektiv für Solarstrom ausgenutzt wird. Und die Resultate sind brisant: Zwar nutzen die besten Gebiete der Schweiz fast 23 Prozent des Potenzials aus. Durchschnittlich stehen sie jedoch erst bei rund drei Prozent. «Das ist längst nicht genug, um die Klimakrise abzuwenden», kommentiert Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende beim WWF Schweiz. «Die Schweiz hat auf ihren Dächern ein noch fast unangetastetes Potenzial, um den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas zu ermöglichen».

Martina sticht heraus
In Graubünden liegt Martina in der Gemeinde Valsot vorne bei der Auswertung. Martina nutzt rund 20.33 Prozent seines Potenzials auf Dächern für Solarstrom. Sevgein in der Gemeinde Ilanz/Glion, Tenna im Safiental, Landquart und Müstair  sind auch besonders schnell unterwegs. Damit sind die besten Postleitzahlen-Gebiete im Kanton Graubünden deutlich besser als die meisten Gebiete in der Schweiz. Martina und Sevgein sind sogar das fünft- bzw. sechstbeste Gebiet schweizweit. «Die Gründe für diese grossen Unterschiede sind vielfältig. Unser Ziel war, eine Standortbestimmung zu machen, um aufzuzeigen, dass eine Lösung für die Klimakrise auch auf unseren Dächern schlummert», so Planzer.

Als Vorbild vorangehen
Der WWF Schweiz ruft die Gemeinden dazu auf, als Vorbild voranzugehen. «Als Erstes können sie die gut geeigneten Dächer nutzen, die sie als öffentliche Hand besitzen: zum Beispiel Verwaltungsgebäude, Schulen, Turnhallen» so Planzer. «Zudem können sie den Bau von Solaranlagen vorantreiben. Einwohnerinnen und Einwohner brauchen attraktive Rückliefertarife und Förderbedingungen.»


Hintergrund zur Auswertung:
Die Auswertung hat Swiss Energy Planning (SEP) durchgeführt. Sie vergleicht das Potenzial auf gut geeigneten Schweizer Dächern (Open Government Data des nationalen Solarkatasters des BFE, www.sonnendach.ch) mit den Daten zur effektiven Ausnutzung (installierte Leistung aller Anlagen, die bei der Verwaltungsstelle Pronovo AG für die KEV oder EIV gemeldet sind und am 1. Januar 2018 in Betrieb waren).
Infos zu Swiss Energy Planning (SEP): https://www.swissenergyplanning.ch/  

Kontakt
Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende
Myriam.planzer@wwf.ch, 076 552 18 31, www.wwf.ch/energiewende

Postleitzahl      Gebiet             Gemeinde         Ausnutzung Potenzial (Leistung) in %
7560                  Martina             Valsot                20.33%
7127                  Sevgein            Ilanz/Glion         20.17%
7106                  Tenna               Safien                14.43%
7302                   Landquart        Landquart         13.76%
7537                   Müstair            Val Müstair        11.81%


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