Für ein verkehrsberuhigtes Schmitten ohne Landschaftszerstörung

09. Oktober 2018

Die für Schmitten geplante Südumfahrung würde massiv in eine wertvolle Natur- und Kulturlandschaft eingreifen. Trotzdem wurden Alternativen nicht geprüft. Dagegen wehren sich die Umweltorganisationen vor Bundesgericht.

Mit der Südumfahrung hat der Kanton eine Variante gewählt, die weder natur- noch landschaftsverträglich ist. Die geplante Strasse würde durch eine wertvolle Terrassenlandschaft mit artenreichen Wiesen und Kleinstrukturen führen. Wertvolle Lebensräume für viele seltene Tiere und Pflanzen würden zerschnitten, das Orts- und Landschaftsbild schwer beeinträchtigt und ein attraktives Erholungsgebiet zerstört. Diese Schlussfolgerung des Umweltverträglichkeitsberichtes bestreitet auch das Verwaltungsgericht Graubünden nicht. Trotzdem entscheidet das Gericht gegen die Schutzinteressen, weil die Kosten für eine Tunnelvariante höher seien und die Landwasserstrasse nationale Bedeutung habe. Eine Lösung mit einer Lichtsignalanlage im Dorf beurteilt das Gericht zudem als nicht zweckmässig. Die Umweltorganisationen WWF, Pro Natura und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz fechten diesen Entscheid vor Bundesgericht an.

Für die Planung einer Strasse braucht es eine umfassende Interessensabwägung. Dazu gehört auch die Prüfung von Alternativen und Varianten. Für die Umfahrung von Schmitten wurde jedoch nur eine Strassenführung südlich vom Dorf geplant. Die Variante Tunnel Nord wurde nie geprüft. Dies obwohl diese Tunnellösung für die Dorfbewohner wie auch für Natur und Landschaft grosse Vorteile hätte. Auch mit einer intelligenten Lichtsignalanlage könnten die Verkehrsprobleme auf der engen Dorfstrasse entschärft werden, wie ein Gutachten zeigt.

Wegen der Kosten wurde die Variante Tunnel Nord aus dem Richtplan gestrichen. Bei der Prüfung des angepassten Richtplans liess der Bund durchblicken, dass er die Interessensabwägung anders vornehmen würde. Der Kanton gewichte die Baukosten der Tunnelvariante zu stark. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission bezeichnete die Südumfahrung in einem Gutachten sogar als völlig unverhältnismässig. Das Verkehrsaufkommen in Schmitten sei bescheiden, die Beeinträchtigungen von Natur, Landschaft und Kulturgüter jedoch schwerwiegend. Die ENHK empfahl die Verkehrsprobleme in erster Priorität mit einer intelligenten Lichtsignalanlage auf der bestehenden Strasse zu lösen. In zweiter Priorität sei die Tunnelvariante weiter zu verfolgen.

Für die Umweltorganisationen ist klar: die wertvolle und artenreiche Terrassenlandschaft von Schmitten muss erhalten werden. Darum verlangen sie, dass eine landschafts- und naturverträgliche Verkehrslösung umgesetzt wird.

 

Kontaktpersonen:
Anita Mazzetta, WWF Graubünden, 081 250 23 00 oder 076 500 48 18
Jacqueline von Arx, Pro Natura Graubünden, 081 252 40 39, 079 792 23 52
Franziska Grossenbacher, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, 031 377 00 77 

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