Die Verbindungsstrasse Waltensburg – Brigels ist unnötig und zerstört ein Erholungsgebiet

22. Oktober 2019

Von Waltensburg nach Brigels gibt es bereits sieben Verkehrsverbindungen. Nun will die Gemeinde eine achte Verbindung bauen und damit die schöne Maiensäss-Landschaft Migliè zerstören. Obwohl die Landwirtschaft kein nachweisbares Interesse hat an der asphaltierten Strasse, wird das Ganze als Meliorationsprojekt aufgegleist. In den Augen der Umweltverbände ist dies ein Missbrauch von Landwirtschaftsgeldern.

Abgesehen von der Stromleitung handelt es sich beim Gebiet Migliè um eine intakte Maiensäss-Landschaft mit hohem Erholungswert. Sowohl die Senda Sursilvana wie auch der Jakobsweg führen durch diese Landschaft. Die Verbindungsstrasse würde dieses wichtige Naherholungsgebiet von Brigels und Waltensburg stark beeinträchtigen. Durch die asphal-tierte Verbindungsstrasse würden die schönen Wiesen zerschnitten. Die massive Beton-brücke über den Flembach wäre von Waltensburg einsehbar und würde als Fremdkörper in der von Infrastruktur weitgehend unbeeinträchtigten Landschaft in Erscheinung treten. Durch den motorisierten Verkehr würde auch die Ruhe und Stille im Migliè verschwinden, die von vielen Erholungssuchenden geschätzt werden.  

Dieser Eingriff steht in keinem Verhältnis zum Nutzen einer achten Verkehrsverbindung zwischen Waltensburg und Brigels. Es besteht kein Bedarf an einer zusätzlichen Strasse. Neben der Kantonsstrasse gibt es beispielsweise die Gemeindestrasse über Munsaus, welche früher problemlos auch im Winter mit dem PW befahrbar war. Gleichzeitig mit dem Start der Fusionsgespräche wurde offenbar der Unterhalt vernachlässigt, die Strasse im Winter nicht mehr vollständig geräumt oder sogar gesperrt. Es besteht somit der erhebliche Verdacht, dass mit einer politisch motivierten Zwangssperre der seit Jahrzehnten tadellos funktionierenden Ganzjahresverbindung zwischen Waltensburg und Brigels, eine neue Strasse politisch erzwungen werden soll.

Die SL und WWF Graubünden erachten die Verbindungsstrasse als unnötig und aus Sicht des Landschaftschutzes nicht bewilligbar.

 

Weitere Auskünfte erteilen:
Franziska Grossenbacher, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, 031 377 00 77
Anita Mazzetta, WWF Graubünden, 081 250 23 00, 076 500 48 18 

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