Aufräumtag am Glenner: Freiwillige befreien den Fluss von Schrott und Plastik

13. April 2019

Heute hat der WWF zusammen mit lokalen Fischern und Leuten aus dem Tal den Glenner von Uors flussabwärts gesäubert. Eisenstangen, PET-Flaschen, Plastikrohre und sogar einen verrosteten Eisenwagen entfernten die freiwilligen Helfer und Helferinnen in Handarbeit aus dem Flussbett. Schrott und Plastik haben nämlich nichts in unseren Flüssen zu suchen.

Die neun Frauen und Männer haben heute einiges an Gerümpel aus dem Glenner gezogen. Zufrieden stehen sie neben dem kleinen Müllberg. „Wir wollen mit unserer Aktion aufzeigen, dass uns gesunde und saubere Flüsse und Bäche am Herzen liegen und wir Sorge zu ihnen tragen sollen", sagt Beat Deplazes, der Drahtzieher der Aktion und Präsident vom WWF Graubünden. Ausserdem könne jeder Einzelne handeln und einen Beitrag leisten. «Mit Säckchen in der Tasche für den Müll, den wir in der Natur finden, bringt's. Nicht einfach vorbei gehen, sondern Plastik und Co. mitnehmen und entsorgen – auch wenn es nicht der eigene Abfall ist», rät Anita Wyss vom WWF Graubünden.

Um viele unserer Flüsse und Bäche steht es schlecht. Sie liegen im engen Korsett und Verbauungen versperren den Fischen den Weg. Ihnen fehlt oft Wasser, weil der Mensch es für die Stromerzeugung, die Beschneiung oder Bewässerung braucht. Dadurch werden die Nischen für seltene Tiere und Pflanzen rar. Manche Arten verschwinden ganz. Im Glenner ist das Naturleben noch relativ intakt. Deshalb ist er auch eine Gewässerperle und gehört zu den schönsten und ökologisch wertvollsten Flüssen der Schweiz. Er ist einer der letzten Talflüsse im Kanton, der noch seine natürliche Wassermenge führt. Zumindest bis nach Uors. Ab hier fehlt dem Glenner Wasser, da der Valser Rhein bei Zervreila gestaut und sein Wasser ins Safiental geleitet wird. Ausserdem hindern zwei grosse Schwellen die Fische daran, den Glenner als Laichgewässer zu nutzen.

Es gibt also auch am Glenner noch Möglichkeiten, dem Fluss wieder mehr Sorge zu tragen und ihn für Tiere, Pflanzen und auch den Menschen noch wertvoller zu machen. Zu tun gibt auch der kleine Abfallberg, denn die Freiwilligen anhäuften. Er wird in den nächsten Tagen von Gemeindearbeitern abtransportiert und fachgerecht entsorgt. Die Gemeinden Lumnezia und Ilanz/Glion übernehmen auch einen Teil der anfallenden Transportkosten. 

 

Weitere Informationen zu den Bündner Gewässerperlen:
www.wwf-gr.ch/gewässerperlen
Anita Wyss, Projektleiterin Gewässerperlen, 079 746 28 67 

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