Leistungsausweis

"Steter Tropfen höhlt den Stein." Dieses Sprichwort passt gut zur Arbeit im Umweltschutz. Rasche Erfolge sind die Ausnahme, vielmehr braucht es Ausdauer, Geduld und Hartnäckigkeit bis sich doch etwas bewegt und unsere Arbeit Früchte trägt.

Olympiatraum

Bereits drei Mal hat das Bündner Stimmvolk NEIN zu Olympischen Spielen gesagt. Nach dem knappen Scheitern der Kandidatur St. Moritz 2022, war das NEIN für Graubünden 2026 mit rund 60% klar. Noch deutlicher fiel das Resultat 1980 mit 77% Nein-Stimmen aus. Der WWF Graubünden engagiert sich seit Jahren im Bündner olympiakritischen Komitee.

Weniger Schnee heisst weniger Wasser

Steigt die Schneefallgrenze, hat das nicht nur Auswirkungen auf den Wintertourismus. Auch die Abflüsse im Sommer und Herbst werden sich spürbar reduzieren. Wie sich das im Engadin auswirken kann, zeigt eine vom WWF in Auftrag gegebene Studie über die Wasserressource im Inn-Einzugsgebiet. Je nach Seitental könnte der Abfluss im langjährigen Durchschnitt um einen Viertel bis um die Hälfte abnehmen.  

Die Moesa - ein bedrohtes Juwel

Eigentlich sind 95 Prozent der Bündner Gewässer verstromt. Mit der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV werden nun noch die letzten Gewässer auf Turbinen geleitet. Auch vor der Moesa wird nicht Halt gemacht. Wie eine Perlenkette reihen sich hier die Auen aneinander. Kein anderer Fluss in Graubünden weist zudem eine so grosse Vielfalt an Fischen auf. Darum Hände weg von der Moesa!

Endlich Restwasser

2014 bekommen die Wasserfassungen Madris, Niemet, Pignia und Rongellen endlich Restwasser. 20 Jahre nach dem JA des Volkes zum Restwasserartikel und dem Kampf für faire Restwassersanierungen bis vor Bundesgericht bekommen die ersten Bäche und Flüsse in Graubünden endlich Restwasser. Der WWF Graubünden engagiert sich an mehreren Runden Tischen für mehr Restwasser.  

Bartgeier statt Wasserkraft

Einst war ein Stausee im Val Chamuera geplant. 2014 folgte ein kleineres Projekt. Die La Punter haben beiden Projekten im Val Chamuera eine Absage erteilt. Das unberührte Tal ist kantonal geschützt, hat Potential einst Teil eines erweiterten Nationalparkes zu werden und ist reich an Tieren und Pflanzen. Der Bartgeier brütet hier sehr erfolgreich. Der WWF hat darum stark gegen das Kraftwerk mobilisiert. 

Wasser für die Seeforelle

Die Seeforelle wäre in den 80iger Jahren am Alpenrhein fast ausgestorben. Dank der Fischtreppe beim KW Reichenau und intensiven Rettungsaktionen hat sie sich etwas erholt. Doch zu wenig Restwasser, starker Schwall-Sunk, versperrte Zuflüsse und neue Wasserkraftwerke machen ihr zu schaffen. Der WWF Graubünden setzt sich für die Sanierung der Gewässer ein und bekämpft bedrohliche Kraftwerke, wie die Überleitung Lugnez.

Auerhuhn gegen Alpstrasse

Auerhühner stellen sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum und sind extrem störungsanfällig. Die Bestände nehmen darum seit Jahrzehnten deutlich ab. Wichtige Lebensräume des stark gefährdeten Auerwildes sind darum vor neuen Störungen zu schützen. Das Verwaltungsgericht stützte darum den Rekurs der Umweltorganisationen gegen eine Alpstrasse mitten durch ein Auerhuhn-Biotop im Val Müstair.

Strom ohne Kohle

Der Kanton Graubünden und Unternehmen mit Kantons-Beteiligung dürfen nicht in Kohlekraftwerke investieren. Im 2015 hat das Bündner Volk den "Kohleartikel" in der Verfassung angenommen. Acht Jahre lang kämpfte der WWF - unterstützt von einer starken Bürgerbewegung - gegen zwei Kohlekraftprojekte der Bündner Repower. 2011 reichte der WWF die Volksinitiative "Sauberer Strom ohne Kohlekraft" ein. 

Schottensee ohne Schleuderfahrten

Ein fast 10-jähriger Kampf für mehr Winterruhe am Flüelapass endet 2014 mit einem Kompromiss. In der Vereinbarung mit dem Tourismus von Davos/Klosters akzeptieren die Umweltverbände die Winterfahrtrainings auf dem Flüelapass. Dafür verzichtet BMW auf die Nutzung des Schottensees. Der See befindet sich in einer Quellschutzzone, welche das Trinkwasser der Gemeinde speist.

Mehr Skigebiet für weniger Skifahrer

Die beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun sollen zu einem zusammenhängenden Skigebiet vereint werden. 16 neue Bahnanlagen und 100 km neue Pisten sind geplant. Auch vor bisher unerschlossenen Gebieten wird nicht Halt gemacht. Der WWF kritisiert vor allem die enorm schnelle und unseriöse Planung. Die gigantischen Pläne für einen schwindenden Markt überzeugen ebenfalls nicht.

Pendelbahn über Schutzgebiet

Noch grösser, noch mehr Pistenkilometer. Im Skitourismus ist Gigantismus gefragt. Skigebiete werden mit neuen Bahnen und Pisten miteinander verbunden. Oft auf Kosten von Natur und Landschaft. Bei der Verheiratung von Arosa und Lenzerheide macht sich der WWF jahrelang für eine Pendelbahn stark, den Verzicht auf Pisten im geschützten Urdental und die Ausscheidung von Wildruhezonen.

NEIN zu Stausee Naz/Bergün

Schon in den 80iger Jahren sollte die Albula bei Naz gestaut und verstromt werden. Die Behörden in Bern lehnten das Projekt jedoch ab. 20 Jahre später versucht Axpo das Projekt zu reaktivieren. Der WWF wehrt sich vehement gegen dieses Projekt in einer geschützten Landschaft und einem UNESCO-Gebiet. 2009 zieht das Stimmvolk von Bergün nach einem harten Abstimmungskampf dem Projekt  den Stecker. 

Weniger Piste - mehr Natur

Die Eingriffe für den Skisport verändern das Landschaftsbild und zerstören wertvolle Biotope. Skipisten werden verbreitet und planiert, Schneeanlagen und Speicherseen erstellt, Bahnen gebaut. Der WWF Graubünden beurteilt viele dieser Projekte und setzt sich für ökologische Optimierungen ein. So wird auch die Talabfahrt Stretg in der Weissen Arena stark redimensioniert und die Rodung halbiert.

Ski-WM mit fairem Ausgleich

Eine Ski WM ist eine grosse Sache. Auch für den WWF. Rund 10 Jahre lang ist der WWF mit der Ski WM St. Moritz 2003 beschäftigt. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Veranstalter werden die Eingriffe für die Anlagen wo möglich minimiert. Für die zerstörte Natur gibt es insgesamt einen fairen Ausgleich. Dazu gehören Bach- und Moorrevitalisierungen, sowie ein Schutzgebiet.  

Kein Hotelresort im Park

Beim Maiensäss Radons auf 2000 m.ü.M. sollte ein riesiges Wellness-Resort mit 1700 Betten, mehreren Ferienwohnungen, Gewerbebetrieben und 1500 Parkplätzen entstehen. Eine Fläche von 17 Fussballplätzen sollte verbaut werden. Und das im Naturpark Ela. Der WWF kämpft gegen dieses Projekt. Schliesslich zieht der Stimmbürger von Riom-Parsonz diesem unsinnigen Projekt im 2007 den Stecker.

Greens mit Natur

Golfplätze sind sterile, eintönige Grünflächen. Auch auf Golfplätzen können jedoch kleine Oasen für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Der WWF bringt sich bei einzelnen Golfplätzen ein und verlangt vielfältige Strukturen für Tiere und Pflanzen, wie extensive Wiesenstreifen, Steinhaufen und Hecken. Golfplätze in wertvollen und geschützten Gebieten lehnt der WWF ab. 

Lebendiger Alpenrhein

Der Alpenrhein ist fast vollständig begradigt. Tiere und Pflanzen finden auf den 90 Km kaum geeignete Lebensräume. Mit einer Ausnahme: die Mastriler Auen. Diese letzte naturnahe Aue ist das Mass für Revitalisierungen am Alpenrhein. Der WWF Graubünden lanciert grenzüberschreitend mit Partnern eine Sympathiekampagne für den Alpenrhein und setzt sich für das Entwicklungskonzept Alpenrhein ein. 

Fondei - skiliftfrei

In den 90iger Jahren wollen die Davoser Parsenn-Bahnen ihr Skigebiet mit der Fideriser Heuberge verbinden. Die Grenze der Moorlandschaft Durannapass wird neu gezogen, um den Skiliften Platz zu machen. Zusammen mit den Fondei Frauen u.a. kämpft der WWF dagegen und bekommt vor Verwaltungsgericht Recht. 2016 wird die tatsächliche Grenze der Moorlandschaft endlich ins Bundesinventar aufgenommen.    

Erster Herdenschutzhund

Im Jahr 2000 holt der WWF den ersten Herdenschutzhund nach Graubünden. Mit dem kleinen Noel startet der WWF das Pilotprojekt Herdenschutz Graubünden. Zwar muss Noel später wegen seines überstarken Spieltriebes ins Jura verlegt werden. Andere Hunde und weitere Schafhalter kommen jedoch hinzu. Das Projekt wird nach vier Jahren mit einem Schlussbericht abgeschlossen.  

Auf Rückkehrer vorbereiten

Noch bevor Wolf, Bär und Luchs nach Graubünden zurück kehren, beginnt der WWF Graubünden die Bevölkerung auf die Grossraubtiere vorzubereiten. 1999 besucht er mehrere Schulen mit dem neu geschaffenen Grossraubtier-Koffer. Heute ist dieser Koffer in der ganzen Schweiz im Einsatz. Mit diesem Koffer beginnt auch das Projekt der Schulbesuche, die sich zu einem anerkannten Schulangebot in Graubünden entwickeln. 

Brücke statt Schnellstrasse

Die Sunnibergbrücke bei Klosters ist ein eindrückliches Bauwerk. Doch der Kanton hat in den 80iger Jahren andere Pläne. Die Schnellstrasse durchs Prättigau sollte am Fluss entlang durch die Landquartquen gebaut werden. Dagegen wehrt sich der WWF. Die Umweltverbände lassen eine eigene Linienführung erarbeiten, die später weitgehend übernommen wird.   

Die Curciusa ist gerettet

Von einem Pumpspeicherkraftwerk im Val Curciusa träumen einzelne Politiker noch heute. Doch, auch wenn das Val Curciusa bis heute nicht unter Schutz steht, ist ein solches Projekt heute unwahrscheinlich. Der WWF Graubünden zieht Jahre lang alle Register des legalen Widerstandes gegen das Pumpspeicherkraftwerk. 1999 wird das Projekt fallen gelassen, noch bevor das Bundesgericht entscheidet.   

Moorschutz im Val Madris

1998 entscheidet der Bundesrat gegen den Willen des Kantons das Flachmoor im Val Madris unter Schutz zu stellen. Damit ist Madris gerettet. Der Widerstand gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk im Val Madris ist hart und lang. Der WWF Graubünden organisiert unzählige Protestaktionen und greift auch zu juristischen Mitteln. Wichtig war u.a. die Annahme der Rothenturminitiative und damit des Moorschutzes.

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